Stammzellen

Stammzellen (eng. stem cells) sind nicht spezialisierte Ursprungszellen, die sich in jede beliebige Zelle des menschlichen Organismus umwandeln können. Stammzellen besitzen eine fast unbegrenzte Teilungsfähigkeit. Ihre Hauptfunktion im menschlichen Organismus ist der Austausch alter, „verbrauchter“ Zellen gegen neue, voll ausgebildete und funktionale Zellen.


Wie werden Stammzellen unterteilt?
Stammzellen können nach der Herkunft unterteilt werden:

  • Embryonale Stammzellen– kommen ausschließlich in frühen Entwicklungsstadien des Menschen, der embryonalen Entwicklung vor. Darin ist die genetische Information codiert, die Anweisungen zur Entstehung des menschlichen Organismus enthält.

  • Somatische Stammzellen– finden sich in fast jedem Gewebe des menschlichen Körpers. Sie können spezialisierte Zellen bilden oder Zelllinien herstellen, aus denen in weiteren Entwicklungsphasen Zielzellen entstehen.

Stammzellen werden auch nach ihrer Differenzierungsfähigkeit unterschieden:

  1. Totipotente Zellen – sind die einzigen Zellen im Organismus, die sich jeweils in alle denkbaren Zelltypen des Organismus ausdifferenzieren, d.h. einen kompletten Organismus ausbilden können. Beispiel für eine totipotente Stammzelle ist die befruchtete Eizelle (Zygote) oder Folgezellen, die durch weitere Entwicklung der Zygote entstehen (Blastomeren).
  2. Pluripotente Zellen – sind Folgezellen, die nach Blastomeren, in weiterer Entwicklungsphase der befruchteten Eizelle (Zygote) entstehen. Diese Zellen besitzen die Fähigkeit, sich in jede der drei Zellarten, die beim Menschen während der Entwicklung vor der Geburt auftreten, die sog. Keimblätter Mesoderm, Ektoderm und Endoderm auszudifferenzieren. Diese Zellen können auch Ausgangsmaterial für jeden Zelltyp sein, sie können sich jedoch nicht zu totipotenten Zellen, die am Anfang der Entwicklung des Menschen vorhanden sind, zurückentwickeln.
  3. Multipotente Zellen – entstehen „nur“ innerhalb eines Keimblattes. Diese Zellen können sich in alle Zelltypen nur innerhalb des Keimblattes verwandeln, von dem sie stammen. Sie können z.B. innerhalb des Mesoderms Knochenmark-, Blut- oder Muskelzellen ausbilden, zu dieser Gruppe gehören blutbildende Stammzellen, deren Quelle menschliches Nabelschnurblut ist.
  4. Unipotente Zellen – die letzten Zellen in der Entwicklung – differenzieren sich nur noch in einen bestimmten reifen Zelltyp (z.B. Epithelzellen) aus, wobei sie gegenüber reifen Zellen ihre Teilungsfähigkeit aufrechterhalten.